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Routenvorschlag Sydney – Melbourne in 7 Tagen (Reisetipps für deinen Roadtrip)

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Australien Rundreisen

Als ich 2014 das erste Mal in Australien war und von Brisbane nach Melbourne gereist bin, sind die meisten Backpacker von Sydney nach Melbourne im Greyhound Bus gefahren. Dazwischen liegt nichts? Von wegen! Allein für die Route könntest du locker 3 Wochen brauchen, um jeden tollen Fleck dort zu sehen.
Da wir alle meist aber leider nur eine begrenzte Zeit (Arbeit und Urlaub und so) haben, möchte ich dir hier in diesem Artikel eine mögliche Route zwischen Stränden, tollen Outlooks und Wanderungen sowie wilden Kängurus und Koalas mit deinem Camper oder Mietwagen zeigen.

Reiseroute:

Sydney – Blue Mountains – Jervis Bay – Eden – Paynesville – Wilson Promontory National Park – Philipp Island – Melbourne

Reiseroute im Detail/Routenplanung:

Tag 1: Sydney – Blue Mountains (Blackheath)
Tag 2: Blue Mountains – Jervis Bay // Kängurus!
Tag 3: Jervis Bay – Eden via Pebbly Beach // Kängurus!
Tag 4: Eden – Paynesville, Raymond Island // Koalas!
Tag 5: Paynesville – Tidal River
Tag 6: Tidal River // Kängurus! Wombats!
Tag 7: Tidal River – Melbourne (via Philipp Island)

Gesamtstrecke: ca. 1600km

Beste Reisezeit:

Für Sydney und Melbourne bieten sich die Zeiträume März – April und September – Dezember als beste Reisemonate an. Januar/Februar soll auch in Ordnung sein, jedoch ist dort die Regenwahrscheinlichkeit höher.
Den Roadtrip habe ich Mitte September durchgeführt und vor allem nachts kann es in den Blue Mountains und im Wilsons Prom sehr kühl (~5°C) werden. Beachte dies, wenn du im Camper schläfst und nimm eine Jacke, z.B. North Face Xerxes° mit.

Einreise nach Australien:

Für deutsche Staatsangehörige mit einem Privataufenthalt von weniger als 3 Monaten ist ein eVisitor-Visum (Stand 2/2016) notwendig, welches vor Einreise beantragt werden muss. Das eVisitor-Visum kann hier kostenfrei beantragt werden.  Weitere Infos und aktuelle Reisewarnungen findest hier.

Flüge:

Günstige Flüge findest du z.B. bei STAtravel°

Kreditkarte:

In Australien natürlich Pflicht! Ich benutze die kostenlose Kreditkarte von der DKB°. Mit dieser kannst du auch weltweit an jedem VISA-Automat kostenlos Geld abheben. Hier kannst du dein DKB Konto direkt beantragen°.

Übernachtung:

Ich schlage dir vor gleich einen Campervan zu mieten, in dem du auch übernachten kannst (siehe weiter unten für Vorschläge für Campingplätze). Alternativ findest du auch Unterkünfte auf booking.com° , die du meist wieder kostenlos  stornieren kannst. Auch AirBnb ist eine Alterantive! Sicher dir hier jetzt gleich 18€ Startguthaben°.

Camper/Mietwagen:

Für die Route kann ich dir einen Campervan nur empfehlen. Bekannte Vermieter sind z.B. Jucy-Rentals oder Britz. Wir hatten zu dritt ein Hightop Campervan Angebot von Camperman Rental mit Kochnische, Dusche/Toilette und 3 Campingstühlen.
Nicht vergessen: Linksverkehr! Ein Upgrade der Versicherung auf “ohne Selbstbeteiligung” ist durchaus überlegenswert.

Mautstraßen/Toll Roads:

In Sydney gibt es eine Vielzahl von gebührenpflichtigen Mautstraßen, die mithilfe eines elektronischem Systems (eToll) und nicht in bar zu bezahlen sind. Etwas kompliziert – ich habe es Gott sei Dank ohne Mautstraßen auf der Straße geschafft. Auf http://www.rms.nsw.gov.au/sydney-motorways/ findest du einen guten Mautrechner, der dir die Mautstraßen und die jeweiligen Gebühren gleich anzeigt.

Packliste:

Hier findest du meine Packliste u.a. auch als Download. Kennst du zum Beispiel schon den Trick mit den Kompressionsbeutel°?

Kostenaufstellung:

Für die einwöchige Rundreise mit 3 Personen (ohne Flug) habe ich knapp 400€ gezahlt. Folgende Kosten kamen anteilsmäßig pro Person zusammen:
– Campervan Miete inkl. Zusatzversicherung 8 Tage: $300 (200€)
– Tanken: $81 (52€)
– Lebensmittel (Supermarkt): $140 (92€)
– Caravanparkgebühren: $81 (52€)

Lese auch meinen Artikel, wie du für deine nächste Reise Geld sparen kannst (öffnet sich im neuen Fenster).

1. Tag: Sydney – Blue Mountains [120km; 1:45h]

Los geht es in Sydney beim Campervan-Verleih in Richtung Blue Mountains. Nimm am besten zur Vermeidung von Mautstraßen die M4 in Richtung Katoomba/Bleackheath. Die Blue Mountains haben den Namen durch die hohe Anzahl von Eukalyptosbäumen, deren Blätter bei Verdunstung etherische Öle freisetzen, die bei Tageslicht bläulich schimmern.
Mit dem Auto sind Three Sisters Lookout, Evan’s Looktout und Govetts Leap Lookout gut erreichbar und empfehlen sich für eine entspannte Nachmittagsbeschäftigung.

  • Must Do:
    – Three Sisters Lookout
    – Evan’s Lookout
    – Govetts Leap Lookout
    – Wanderung am Three Sisters Lookout: Hier gibt es einige schöne Wanderrouten, die sehr zu empfehlen sind. Wer den weiten Weg nicht mehr hochlaufen möchte, kann zur Not auch die Scenic World Gondel ($14) benutzen (siehe auch 2. Tag)
  • Free Campground: Ford Reserve (GPS: -33.73186 , 150.23518) bei Megalong Valley. Kostenloser Campingplatz mit der Möglichkeit zu grillen.
  • Einkaufsmöglichkeiten: In der Nähe der Three Sisters gibt’s einen für australische Verhältnisse relativ günstigen ALDI (

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2. Tag: Blue Mountains – Jervis Bay [270km; 3:45h]

Wer möchte kann morgens vor Abfahrt die Wanderwege bei den Three Sisters erkunden.
Erfahrungsgemäß dauern die meisten Wanderung ca. 2-3h, sodass noch vor dem Mittag die Fahrt nach Jervis Bay via Campbelltown und Wollongong möglich ist. Die Fahrt dauert knapp 4 Stunden und führt an tollen Landschaften vorbei.

  • Caravanpark/Unterkunft: Myola Tourist Park, 123 Myola Rd, Myola NSW 2540 ($30-$45 für 2 Personen, inkl. Strom) -> http://www.jervisbaytouristpark.com.au. Alternative Unterkünfte findest du z.B. hier bei booking.com für Jervis Bay°
    Durch Zufall sind wir auf den Myola Tourist Park gestoßen, doch ich kann dir diesen Caravan Park nur empfehlen aus folgenden Gründen:
    1. sehr nette Betreiber!
    2. Die Lage am Meer: innerhalb von wenigen Fußminuten erreicht man durch einen kleinen Trampelpfad den Strand. Früh aufstehen lohnt sich übrigens am nächsten Morgen: Der Sonnenaufgang ist traumhaft!
    3. Kängurus, Kängurus und nochmal Kängurus!! Schon bei der Ankunft ist uns eine Gruppe Kängurus entgegengehüpft. Auch auf dem Weg zum Strand sind uns einige Kängurus begegnet. Das Highlight war jedoch der nächtliche Besuch einer kleinen Kängurugruppe an unserem Campervan. Da willst du abends nur kurz ins Bad und aufeinmal schauen dich 12 Känguruaugen an!!  Schon gewusst, Kängurus lieben ungekochte Nudeln? ;-) Laut anderen Gästen kommt v.a. diese Gruppe wohl regelmäßig vorbei. Für mich eines der tollsten Erlebnisse überhaupt!

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 3. Tag: Jervis Bay – Eden [via Mollymook Beach, Pebbly Beach]  (320km, 4:30h)

Am dritten Tag steht mit 320km der längste Streckenabschnitt an. Folgende kurze Stops lohnen sich auf dem Weg:
1) Mollymook Beach (kurz vor Ulladulla)
– Mitchell Parade  (-35.322280,150.484835): eine kleine versteckte Bucht
– Cliff Ave (-35.325649, 150.485254): ein kleiner Pfad führt zu einem tollen Aussichtspunkt über Mollymook Beach
2) Pebbly Beach: (-35.5731973,150.2843706) Dieser Strand liegt versteckt in den Wäldern des Kioloa State Forest. Die Einfahrt zur Pebbly Beach Road von der A1 ist leicht zu verfehlen – am besten hier mit GoogleMaps und GPS arbeiten (-35.561292, 150.275852). Die Bucht ist traumhaft schön und wird auch öfters von Kängurus besucht – wir hatten leider an diesem Tag etwas Pech. Wer ein Tag länger auf der Route Zeit hat, sollte evtl. eine Nacht am Pebbly Beach einplanen -> www.pebblybeach.com.au.

DSC_0518-400 DSC_0608-400 DSC_0647-400 Pebbly Beach

4. Tag: Eden – Paynesville, Raymond Island   (290km, 3:45h)

Auch am heutigen Tag steht eine fast 300km lange Fahrstrecke an vorbei an tollen Landschaften (die mich teilw. auch an Teile von Südafrika erinnern) und Küstenabschnitten. Ziel ist ein kleines Dorf namens Paynesville, von wo eine (für Fußgänger) kostenlose Fähre auf die kleine Insel Raymond Island fährt. Park am besten das Auto am Caravanpark Resthaven und gehe zu Fuß zum Hafen. Nach einer kleinen 5min. Fahrt befindest du dich auch schon am Anfang des Koala Trails. Der knapp 1,2km lange Pfad führt an unzähligen Eukalyptusbäumen vorbei – und ja, hier findest du Koalas – und zwar nicht wenige! Im Idealfall bist du rechtzeitig vor der Dämmerung auf der Insel. Dann wachen nämlich die ersten Koalas (von ihrem 20h Schlaf) auf und du hast noch gute Lichtbedingungen für deine Bilder, wenn es noch nicht allzu dunkel ist. Den Sonnenuntergang auf Raymond Island solltest du übrigens nicht verpassen!

  • Raymond Island Ferry: Alle 20min. von Paynesville Harbor auf Raymond Island. Den genauen Fahrplan findest du hier.
  • Caravanpark/Übernachtung: Resthaven Caravan Park4-14 Gilsenan Street, Paynesville VIC 3880 (ab $42 für 2 Personen inkl. Strom) -> www.resthavenpaynesville.com

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5. Tag: Paynesville – Tidal River (Wilsons Promontory NP) (260km, 3:15h)

Tag 5 führt dich heute ins Wilsons Promontory Nationalpark, auch bekannt als “The Prom” oder “Wilsons Prom”. Der Nationalpark ist insgesamt 500km² groß und bietet dir atemberaubende Landschaften, Wälder, Strände und Küsten – hier könntest du locker 2 Wochen verbringen. Neben einer bunten Vögelvielfalt beheimatet der Park auch Kängurus, Wombats und Emus.
Versuche am besten früh morgens von Paynesville loszufahren, sodass du noch vor dem Mittag Tidal River in “The Prom” erreichst und die ersten Wanderrouten erkundigen kannst. Wichtig: Vergiss nicht auf dem Weg davor noch deinen Tank zu füllen.
Übrigens: Im Wilson Prom gibt es so gut wie keine Lichtverschmutzung – daher wirst du hier einen tollen Blick auf die Milchstraße und auf das Kreuz des Südens (“Southern Cross”) haben!

  • Unterkunft/Campsite: Tidal River Campsites, , Powered Site ca. $60-$68/Nacht, eine Buchung vorab ist aufgrund der begrenzten Kapazitäten unbedingt empfehlenswert -> hier buchen
  • Empfohlene Wanderroute (ca. 4 Std.): Tidal River – Pillar Point – Squeaky Beach – Picnic Bay –  Whiskey Bay – Lilly Pilly Link Track – Tidal River. Dies entspricht eine Kombination der Wanderrouten Nr. 9 + 7 +2 + 8 +3 + 4 + 12  der Wilsons Prom Walking Routes -> hier findest du die Karte

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6. Tag: Tidal River (Wilsons Promontory NP)

Heute steht ein ganzer Tag im Wilsons Prom an. Du hast die Wahl zwischen einem Daywalks oder mehreren kleinen Wanderungen (wir sind einzelne Spots angefahren und haben von dort kurze Wanderungen durchgeführt u.a. Prom Wildlife Walk, Nr. 23, wo wir wieder ein paar Kängurus entdecken konnten)

  • Daywalks:
    – Darby River, Fairy Cove, Tongue Point (Nr.28)
    – Sealers Cove (Nr. 31)

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7. Tag: Tidal River  – Philip Island (opt.) – Melbourne (290km; 3:45h)

Die letzte Etappe führt nun an das Ziel der einwöchigen Reise: nach Melbourne.
Wer es etwas touristisch mag, kann auf halbem Weg auf Philip Island einen Stopp machen. Infos hierzu findest du auf hier.

7 Tage und 1600km voller Abendteuer und unvergesslichen Momenten. Ein Wahnsinns-Roadtrip mit wilden Kängurus, Koalas, Kakadus, atemberaubenden Küsten und wunderschöne Sternenhimmel. Dies wird einer der besten Roadtrips deines Lebens!
Bei Fragen stehe ich wie immer via Facebook gerne zur Verfügung oder benutze die Kommentarfunktion.
Übrigens, meine Bilder kannst du auch hier bei Fotolia erwerben

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