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Die Chinesische Mauer – Tipps fernab vom Massentourismus

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China Städetrips

Es gibt Dinge im Leben, die gehören auf jede Bucket List. Dazu gehört die Chinesische Mauer, einer der neuen 7 Weltwunder. Leider gehört China für viele nicht zu den beliebtesten bzw. bekanntesten Reiseländern in Asien, weshalb selten Pläne gemacht werden auch tatsächlich die Chinesische Mauer zu besuchen. Bis vor meinem Umzug nach Beijing vor 4 Jahren war China für mich auch ein riesiger unbekannter Fleck auf der Landkarte. Dies hat sich Gott sei Dank geändert.

” 不到长城非好汉” sagte einst Mao Zedong, was soviel übersetzt heißt wie “Du bist kein richtiger Mann, wenn du nicht auf der Chinesischen Mauer warst”. Als ich im Frühjahr 2011 oben auf der Chinesischen Mauer stand, habe ich diesen Satz erst verstanden. Hier geht es nicht um ein “Check. Und weiter”, sondern um den unbeschreiblichen Augenblick, wenn man auf der Mauer steht und sich den Mauerverlauf anguckt und einem dann bewusst wird, was für ein Wunder- und Meisterwerk über viele Jahrtausende von Menschenhand gebaut wurde. Von Bergspitze zu Bergspitze soweit das Auge reicht stehen die Mauern mit den in regelmäßigen Abständen auftauchenden Wachtürmen. Unvorstellbar!

Fakten

Die Chinesische Mauer…
– wurde bereits ab 7. Jahrhundert v.Chr.  angefangen zu baut und erstreckte sich über mehrere Dynastien
– ist nach aktuellen Erkenntnissen 22.000km lang (!). Dies ist mehr als ein halbes Mal um den gesamten Globus.
– kann man nicht vom Weltraum sehen. Ich weiß nicht wie die Leute darauf kommen. Bei einer Durchschnittsbreite von sagen wir mal 11m müsste man jede Autobahn ebenfalls vom Weltraum sehen – tut man aber eben auch nicht
– existiert an den meisten Stellen nur als Fundament.

Mauer ≠ Mauer

Für viele (auch vielen inländischen) TouristDSC02504-11en ist die Chinesische Mauer ein beliebstes Ziel. Dies war den Verantwortlichen schon lange bewusst und so sind einige kommerzielle Touristenzentren entstanden, wo sich die ganzen Massen auf den restaurierten Mauern bewegen. Die bekanntesten sind Badaling und Mutianyu  in der Nähe von Beijing. Ich selbst war für einen Tag auf Badaling und war sehr erschrocken, erinnerte es mich doch mehr an Disneyland. An den Parkplätzen steht ein Reisebus neben dem anderen, nach der Kasse geht es erstmal an einer Sicherheitskontrolle vorbei, bevor die Menschenmassen an den unzähligen Souvenirshops vorbeischoben werden, um dann mit gefühlten 3oo.000 Menschen auf der Mauer zu laufen. Nein, so bitte nicht!

Denn der Reiz der Chinesischen Mauer kommt erst in der Stille voll zur Geltung. Und an an der Weite. An der Unendlichkeit. Und wer genau dies erleben möchte, ist zum Beispiel in Jinshanling an der richtigen Stelle. Jinshanling ist 120km nord-östlich von Beijing entfernt und besitzt sowohl einen restaurierten als auch einen naturbelassenen Teil der Chinesischen Mauer.

Packliste

Hier findest du meine 13kg Packliste
Trekking-Schuhe°: es steht eine mehrstündige Wanderung auf teils alten Mauernfundamenten bevor
– Wasserflasche: an ein paar Stellen werden von Locals zwar Wasserflaschen verkauft. Wo diese herkommen, ist allerdings unbekannt
– Wanderklamotten z.B. North Face Xerxes°
Fotokamera
– bitte die Wanderstöcke im Hotel lassen…ach was sage ich, daheim! Wer nimmt denn bitte seine Wanderstöcke mit in Urlaub? :D

Anreise nach Jinshanling von Beijing/Peking

Die Anreise erfolgt am besten mit einem Privatfahrer und dauert knapp 2 Stunden aus der chinesischen Hauptstadt Beijing. Es werden auch vereinzelt offizielle Touren dorthin angeboten, die aber mit über 100€ pro Person absolut überteuert sind. In Jinshanling gibt es am Hauptgate auch eine Seilbahn bzw. eine Rodelbahn, welche wir aber außer Acht lassen. Interessant ist der im Bild links  rot markierte Teil, der etwas weiter entfernt (ich schätze ca. 10km?) vom Hauptgate liegt. Dies ist nämlich der Pfad, mit dem man nach ca.45min. Bergaufwandern den unrestaurierten Teil der Mauer erreicht. Vorher den Fahrer noch ans Hauptgate schicken nicht vergessen und ihn auch informieren, dass man ihn nach erst ca.3-4 Stunden wiedersieht.
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Endlich… die Wanderung auf der Mauer beginnt

Ist der Aufstieg endlich geschafft, wird man mit einem grandiosen Blick auf die Landschaft belohnt. Gräulich, ja teils mystisch im Winter und knallgrün im Sommer. Dies ist definitiv einer meiner Lieblingsplätze auf der Erde! Einfach unbeschreiblich dort oben in absoluter Stille den Ausblick auf die Mauer zu genießen, die sich über Tausende von Kilometer von Berg zu Berg schlängelt.

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Die gesamte Wanderung auf der Mauer dauert ca. 3-4 Stunden und direkt nach dem Aufstieg empfiehlt es sich nach links auf der unrestaurierten Mauer zu wandern, bis ein Absperrgitter kommt. Ab hier ist der Teil der Mauer dann so zerfallen, dass sie unpassierbar ist. Doch allein dieser Blick ist es Wert den kleinen Umweg zu nehmen. Von hier aus geht es wieder am ursprünglichen Aufstiegspfad vorbei weiter auf der unrestaurierten Mauer. Dabei ist der Zustand auf keinen Fall zu unterschätzen. Nicht wenige Stellen sind so zerfallen, dass Gesteinsbrocken lose herumliegen und man auch ausrutschen kann. Vor allem an den steilen Abschnitten ist Vorsicht geboten.

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Nach und nach nähert man sich immer mehr dem restaurierten Teil der Mauer. Hat man diesen Teil erreicht, ist man dem Endpunkt dieser Wanderung schon einbisschen nähergekommen: das Hauptgate von Jinshanling. Spätestens wenn man an eine Gondel passiert und die Menschenmenge auf der Mauer langsam aber stetig zunimmt, weiß man: dies ist der richtige Weg.

Zu beschreiben, wie man sich dort oben wirklich fühlt, ist mit ein paar Zeilen und Bildern nicht möglich. Man muss es selbst erlebt haben! Ich kann jedem einen Ausflug nach Jianshanling nur empfehlen. Dies wird einer der beeindruckensten Erfahrungen in deinem Leben sein!

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